Rohstoffstrategie 2035

Die Transformation des europäischen Kraftstoffmarktes verändert die Nachfrage nach biogenen Rohstoffen grundlegend. RED III, steigende Treibhausgas-Minderungsziele und die ReFuelEU Aviation-Verordnung erhöhen bis 2035 den Bedarf an nachhaltigen und insbesondere fortschrittlichen Rohstoffen deutlich. Gleichzeitig konkurrieren Biodiesel, HVO, SAF und Biomethan zunehmend um begrenzt verfügbare Abfall- und Reststoffströme. Damit verändert sich auch die entscheidende Frage: Nicht mehr allein „Woher beziehe ich meinen Rohstoff?“, sondern„Welcher Rohstoff schafft langfristig den größten strategischen Wert?“

Eine zukunftsfähige Rohstoffstrategie bis 2035 braucht deshalb mehr als Einkauf. Sie verbindet Verfügbarkeit, Nachhaltigkeit, regulatorische Einordnung, Treibhausgas-Performance, technische Eignung und Wirtschaftlichkeit. Besonders fortschrittliche Rohstoffe aus dem Annex IX, Teil A gewinnen dabei an Bedeutung. Ebenso wichtig wird die frühzeitige Identifikation neuer und bislang wenig genutzter Reststoffe.

Für Unternehmen bedeutet das: Rohstoff-Portfolios müssen diversifiziert, Lieferketten langfristig gesichert und alternative Rohstoffe frühzeitig entwickelt werden. Gleichzeitig muss entschieden werden, welcher Verwertungspfad den höchsten Wert schafft – Biodiesel, HVO, SAF oder Biomethan.

Die beste Rohstoffstrategie bis 2035 entscheidet sich nicht am niedrigsten Einkaufspreis. Entscheidend ist, heute Zugang zu den Rohstoffen, Lieferketten und Partnerschaften zu sichern, die morgen knapp, gefragt und strategisch wertvoll sein werden.